Weihnachtsbräuche in America

SSanta Claus, den gut gelaunten amerikanischen Weihnachtsmann mit dem roten Mantel und dem weißen Bart, kennt auch in Deutschland jedes Kind. Coca Cola soll ihn 1931 zum ersten Mal in dieser Gestalt in einer Werbekampagne dargestellt haben und damit das heute vorherrschende Weihnachtsmannbild entscheidend geprägt haben. Vorher trug auch der amerikanische Santa Claus, wie der deutsche Knecht Ruprecht, einen dunkelbraunen Kapuzenmantel und zeigte sich mit seiner Rute weit weniger freundlich als sein rundlicher Nachfolger.

Bekannt ist auch, dass Santa Claus in den USA nicht an Heiligabend (Christmas Eve) die Geschenke bringt, sondern erst in der Nacht zum 25. Dezember durch den Kamin in die Stube rutscht und heimlich die dort aufgehängten Strümpfe füllt. Unterstützung erhält er dabei von seinen Rentieren, allen voran von Rudolph, dem Rentier mit der rotleuchtenden Nase, die dem Schlittengespann bei dunkler Nacht den Weg weist. Viele Kinder stellen vor dem Zubettgehen extra einen Teller mit Keksen und ein Glas Milch für Santa Claus bereit, manchmal bekommen sogar die Rentiere eine Möhre, damit die Bescherung auch reichlich ausfällt.

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Melting Pot Christmas

Die Mehrheit der US-Amerikaner sind Christen verschiedenster Konfessionen und feiern Weihnachten entsprechend groß. Obwohl es die in Deutschland üblichen Adventssonntage in den USA nicht gibt und auch der Nikolaus bei amerikanischen Kindern unbekannt ist, wird die Vorweihnachtszeit sehr ausgiebig zelebriert: Haus und Garten werden mit (hierzulande oft als übertrieben und kitschig empfundener) Neonbeleuchtung ausgestattet, Plätzchen werden gebacken und es wird geshoppt, was die Kreditkarte hergibt.

Amerikanische Weihnachtstraditionen und Weihnachtsgerichte variieren je nach Region und Konfession und setzen sich zudem aus den kulturellen „Mitbringseln“ der vielen verschiedenen Einwanderergruppen zusammen.  So sprechen Nachfahren skandinavischer Einwanderer  oft noch von „Yuletide“ anstatt von „Christmas“ und zünden in der ersten Weihnachtsnacht ihren „Yule Log“ (Weihnachtsbaumstamm) an. Mexikaner haben aus ihrer Heimat den roten Weihnachtsstern (die Pflanze) mitgebracht, aus Deutschland stammt der Weihnachtsbaum und die Engländer importierten Weihnachtskranz und Mistelzweig.

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Bei den Pilgervätern im puritanischen Neuengland noch als verschwenderische Unart verpönt, sind Christmas-Paraden und ein Truthahn-Festessen am ersten Weihnachtstag (Christmas Day) heute fast überall Tradition.

Dennoch wird offiziell Wert auf die säkulare Bezeichnung „Holiday Season“ anstatt von „Christmas Season“ gelegt, da im Schmelztiegel USA schließlich auch viele Nicht-Christen zu Hause sind, deren Feste zum Teil ebenfalls in die Zeit vor oder um Weihnachten fallen, z.B. das jüdische Chanukka oder das afroamerikanische Kwanzaa-Fest. Auf den gern und reichlich verschickten Grußkarten stehen oft nur „Season´s Greetings“ oder „Holiday Greetings“. Diese schließen auch Wünsche zum Neujahr mit ein.

In diesem Sinne wünschen auch wir Ihnen  Happy Holidays! 

Weihnachtliche Bestechungsversuche: Kekse für Santa